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Sonntag, 10. Juni 2007

Einheit in der einen kirche

Bei weichensteller hab ich was schönes gefunden:

Die Gemeinde der Dreifaltigkeit wird riesige Energien freisetzen, wenn ihre Einheit noch größer ist als die Verschiedenheit. Wenn sich sogar ganz Fromme einigen können mit den Ungläubigen, und wenn Liebende einen Weg finden mit den Gleichgültigen zusammen.
Aber das, ihr Gläubigen, braucht die Geistesgaben, nur der Geist gibt solche Einheit. Seht nur die Schwäche unserer geteilten Kirche an, all die Eifersüchteleien und Vorbehalte. Bittet um den Geist, ihr Gefirmten und Nochnichtgefirmten, dass er uns zusammenführe. Alle.


So ähnliche Gedanken hatte ich dieses Wochenende erst. Mir kams beinah unmöglich vor, Gemeinschaft zu haben mit Leuten, die eigentlich einen gar nicht so unähnlichen Glauben haben wie ich. Aber jeder Unterschied hat mich richtig fertig gemacht; jedes Wort, das anders war, als ich es gewohnt bin, hat wie mit Messern in meinem Herz rumgeschnitten und ich konnte mir das nicht erklären. Aber wenn ich dann erst ganz woanders bin, immer noch in der gleichen Kirche, wo noch mehr Unterschiede herrschen und ich beinah keinen Glauben erkennen kann...
Wobei ich das gewohnt bin, dass mich sowas fertig macht. Aber das gestern...bin ich zu empfindlich geworden? Kann mir das wirklich nicht erklären...
Auf jeden Fall konnt ich mir nicht anders helfen als in die halbdunkle Kapelle zu gehen und erst mal ne ganze Weile lang vor Jesus zu heulen, und ich hatte den Eindruck, auch mit ihm. Mit dieser riesigen Sehnsucht nach Einheit im Herzen. Aber das hat geholfen. Das war das einzige, was mich wirklich beruhigen und trösten konnte. Und es war schön. Lebensnotwendig.

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weichensteller - So, 23:46

Es will halt der Mensch

verstanden und geliebt werden. Nicht gar sowas Neues. Aber du merkst deutlich, welche Abgründe rund um uns sind.
Und ich vermute noch etwas anderes:
Wahrscheinlich hast du Hoffnungen gesetzt in diese Gemeinde, in diese Menschen, Hoffnungen in Einheit und Verständnis. Ich jedenfalls tu das immer und werd auch immer enttäuscht. Weil die Wirklichkeit nie so ist, wie wir uns wünschen. (Zum Glück)
Hoffnung in die Kirche: Woher soll man sonst das Heil erwarten. Aber die sichtbare Kirche ist zu klein und unvollkommen. Sogar den Heiligen war sie zu klein, sonst hätten sie sie nicht erweitert.

Und ich kann mir vorstellen, dass du das auch machen wirst, mit deiner UNRUHE.
Gut, dass du die Abgründe siehst. Werd nicht schwindlig.

elein - Di, 00:31

ja...so ungefähr stimmt das mit den Hoffnungen, die ich in diese Gemeinschaft gesetzt hab. Unbewusst wahrscheinlich sogar, es hat einfach so vieles gepasst und ich hab den Rest auch als selbstverständlich angenommen. Ist mir schon öfter so gegangen, aber diesmal ist es halt soviel näher dran schon gewesen...und mir ist glaub ich zum ersten Mal richtig klar geworden, dass es die perfekte Gemeinde gar nicht gibt... (warum zum Glück?)

ich...was kann ich denn da schon tun...komm mir schon eher hilflos vor, ich kann doch nur zusehen und versuchen mein eigenes Leben zu ändern...

Das ist es ja,

so nah dran zu sein, und dann der Absturz. Man meint, man hätte es gefunden, die Euphorie schießt ins Blut, die Hoffnung schwillt - und dann doch nicht. Ist doch ganz anders.
Elein, bist du nie verliebt? Das ist genauso. Nur kommen die meisten Menschen nicht mehr bis zum Abgrund, weil sie ihn nicht aushalten. Wer die Verschiedenheit der Menschen und ihres Glaubens nicht erträgt, bleibt im Nest sitzen und hält alles für dasselbe. Und ignoriert die Differenzen.
Deine UNRUHE sehe ich daran, dass du nicht sitzenbleibst in irgendeinem Nest. Dass du in Bewegung bist, suchst, fragst - also dich auf FRAGLICHES einlässt - wo keine schnelle Antwort und einfache Lösung zu erwarten ist.
Das ist riskant.
Und das macht einsam.
Abgründe besteht der Mensch als einzelner, alleine.
Du scheinst so jemand zu sein, der fragen kann, drauf losgeht, z.B. nach Assisi, selber fragt, denkt, sucht, abseits der Wege, die alle gehen.
All das sind Voraussetzungen für Berufung. Sich einlassen zu können, sie vernehmen zu können. Sie annehmen und wirklich losgehen.

Es ist die Gabe weniger Menschen, dem wohligen Nest der schnellen Antworten zu entsagen und sich auf lange Wege einzulassen. Die meisten finden einen Menschen und glauben, damit wäre schon alles gesagt. Oder einen Beruf, eine Familie, ein bestimmtes Leben. Und fertig. Alles weitere folgt daraus.
Ich aber lobe die Unruhigen, die nie genug haben an etwas, weil die Sehnsucht nach dem Himmel an keiner Erde gestillt werden kann.

So etwa.
Ich denke, du wirst das verstehen.
LGW
elein - Fr, 17:38

weil die Sehnsucht nach dem Himmel an keiner Erde gestillt werden kann

Ja, ich glaub ich versteh das...größtenteils. Das, was ich davon verstehen soll. Manches will ich vielleicht auch gar nicht verstehen.

Aber darüber nachdenken muss ich wohl noch ziemlich lange.
danke und lg elein

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